Wortmarke der Ruhr-Universität Bochum

Einrichten eines X-Servers

Programme mit grafischen Oberflächen auf Unix-Servern werden in der Regel über einen sogenannten X-Server bedient. Neben kostenpflichtigen Produkten gibt es auch eine gute kostenlose Alternative, XFree86.

Grundlagen

Ein X-Server ist ein Programm, das in der Lage ist, Anfragen von Client-Programmen nach dem X11-Protokoll zu verarbeiten. Ein Beispiel für ein solches Netzwerkprotokoll und eine Software ist das X Window System (auch X Version 11 oder X11), welches auch über das Netzwerk funktioniert. Die Ausgabe von Grafiken und die Eingabe von Tastenbefehlen sowie Mausbewegungen können also auf einem anderen Rechner erfolgen, als das Programm, das diese Ausgaben veranlasst und die Eingaben letztlich verarbeitet. Der X-Client ist das Programm, mit dem die eigentliche Arbeit erledigt wird; der X-Server das Programm, welcher die Ein- und Ausgaben durchführt.
Das Freeware-Programm XFree86 stammt ursprünglich aus der Unix-Welt. Damit dieses Programm unter Windows läuft, ist eine unix-ähnliche Umgebung erforderlich. Diese stellt Cygwin bereit.

Installation

Cygwin muss nicht unbedingt installiert werden, denn auf einem Linux-Server lässt es sich über die XLive-CD direkt starten. Navigieren Sie direkt zum Punkt „Start von X.org“.
Bevorzugen Sie eine lokale Installation, dann laden Sie zunächst die setup.exe von Cygwin herunter und starten diese.

Installation Cygwin - Schritt 1
Wählen Sie „Next“

Installation Cygwin - Schritt 2
Und nochmal "Next" - also „Install from Internet“.

Installation Cygwin - Schritt 3

Das "Root Install Directory" sollte noch ausreichend Platz bieten – etwas über 100 MB. Die anderen Einstellungen übernehmen Sie. Im nächsten Schritt geben Sie an, wohin temporäre Dateien während der Installation gespeichert werden sollen:
Installation Cygwin - Schritt 4
Als nächstes wird nach der Art der Anbindung ans Internet gefragt.

Wählen Sie bei „Direct Connection“ aus der Liste der verfügbaren Server
"linux.rz.ruhr-uni-bochum.de".

Falls Sie nicht vom Spiegelserver der RUB herunterladen möchten, geben Sie hier den Proxy-Server der RUB an: www-cache.rz.ruhr-uni-bochum.de, Port 80**

Installation Cygwin - Schritt 5
Der nächste Punkt ist die Paketauswahl.
Installation Cygwin - Schritt 6

Bitte beachten Sie bei der Paketauswahl:
OpenSSH: Unterhalb von "Net" (auf das "+" klicken) wählen Sie bitte das Paket "openssh" aus. Klicken Sie dazu einmal auf "Skip", das dann in eine Anzeige der Versionsnummer wechselt.
X11: Wählen Sie bitte auf dieselbe Art unterhalb von X11 diese Pakete aus:

  • X-startup-scripts
  • ergänzend (für Zeichensätze): xorg-x11-f100, xorg-x11-fscl

Dabei werden weitere nötige Pakete automatisch hinzugefügt.
Danach starten Sie bitte per "Next" die Installation.
Installation Cygwin - Schritt 7

Nach Abschluss der Installation aller Pakete wird noch angeboten, ein Icon auf dem Desktop und einen Startmenüeintrag zu erzeugen.

Installation Cygwin - Schritt 8
Nachdem Abschluss der Installation durch eine Klick auf "Finish" werden noch ein paar automatische
Schritte durchgeführt. Die Installation ist damit beendet.
Hinweis: Weitere Pakete können jederzeit über das "Setup" nachinstalliert werden.

Programm starten

Starten Sie Cygwin und geben Sie in der Cygwin-Shell (die Sie über "Cygwin" auf dem Desktop oder im Startmenü oder auf der CD erreichen) bitte ein: startx
Nun sehen Sie das Terminalfenster xterm, das auf den zuvor installierten X11-Server zugreift.

Wir empfehlen die Anmeldung über Secure Shell (SSH), weil dabei alle Daten, auch Ihr Passwort, verschlüsselt übertragen werden.

Secure Shell oder SSH bezeichnet sowohl ein Netzwerkprotokoll als auch entsprechende Programme (z.B. PuTTY), mit deren Hilfe man auf eine sichere Art und Weise eine verschlüsselte Netzwerkverbindung mit einem entfernten Gerät herstellen kann. Häufig wird diese Methode verwendet, um lokal eine entfernte Kommandozeile verfügbar zu machen, das heißt, auf einer lokalen Konsole werden die Ausgaben der entfernten Konsole ausgegeben und die lokalen Tastatureingaben werden an den entfernten Rechner gesendet.

Wenn Sie Programme mit grafischer X-Oberfläche benutzen möchten, sieht das Einloggen aus der SSH so wie folgt aus:
ssh -X loginid@servername.rz.ruhr-uni-bochum.de

bzw. ab OpenSSH 3.8 (die Versionsnummer sehen Sie per ssh mit: -V):
ssh -o ForwardX11Trusted=yes -X loginid@servername.rz.ruhr-uni-bochum.de

Praktischerweise wird das Setzen von $DISPLAY und ähnliches direkt von der SSH gehandhabt.

Tipp: Wenn Sie sich das Eintippen dieser Zeile bei jeder Anmeldung sparen möchten, dann können sie auch diese Zeile einmalig an die Datei .bashrc in Ihrem Home-Verzeichnis anhängen:
alias losgehts='read -p "loginID? " loginID; read -p "Server? " Server; ssh -X -o ForwardX11Trusted=yes ${loginID}@${Server}.rz.ruhr-uni-bochum.de'
Danach könnten Sie dann einfach "losgehts" im xterm eingeben und werden nach LoginID und Server gefragt.
Weitere Automatismen (z.B. Start von xepsplot auf Mausklick) entnehmen Sie bitte den „manual pages“ (man programmname) zu SSH und BASH.
"startx" führt Kommandos aus der ~/.xinitrc aus.

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